Virales Marketing
- Geschrieben von Super User
- Kategorie: Marketing
Oft unterschätzt, aber ebenso interessant und wichtig für jede Firma ist das virale Marketing - oder besser bekannt als "Mund-zu-Mund" Propaganda. Der Einfluß einer Firma auf diese Marketing-Form ist im allgemeinen nur schwer zu Steuern, besonders dann, wenn bestimmte Informationn - egal ob positiv oder negativ - bereits zum Kunden unterwegs sind.
Und doch wird das virale Marketing im Besonderen von großen Firmen bewußt eingesetzt um Informationen für die Kunden zu lancieren.
Als Viral-Marketing bezeichnet man alle Techniken, Kunden zu animieren, angebotene Produkte und Dienstleistungen weiter zu empfehlen. Eine anfänglich überraschende, unerwartete, möglicherweise sogar (für die Zielgruppe) sensationelle Botschaft verbreitet sich von Mund zu Mund wie ein Virus. Viral-Marketing geht davon aus, daß der Mundpropaganda eine große, oft zu unrecht vernachlässigte Bedeutung zukommt und unterstützt die spontane Mundpropaganda von Kunden aktiv, indem sie zur Mundpropaganda auffordert und den Kunden Mittel dafür zur Verfügung stellt.
Wenn man Kunden aktiv werden läßt, riskiert man eine unkontrollierte
- Weiterentwicklung der Marketing-Botschaft,
- Beschleunigung oder Verlangsamung der Verbreitungsgeschwindigkeit,
- Ausdehnung, Verkürzung oder Verlagerung des Verbreitungsgebietes und
- Ausdehnung oder Begrenzung der Zielgruppen oder auch die Ansprache von Zielgruppen, die man nicht erwartet hat oder auch unerwünscht sind.
Diese ungesteuerten Veränderungen können nützlich sein, weil man damit Zielgruppen erreicht und Effekte erzielt, an die man im Planungsprozeß gar nicht gedacht hat. Sie können aber auch zu unerwünschten Effekten führen. Deshalb muß die Entwicklung des Inhalts der Botschaft, ihrer Verbreitungsgeschwindigkeit und -richtung laufend beobachtet werden. Es müssen Beobachtungspunkte definiert und eingerichtet werden. Und es müssen Maßnahmen vorbereitet werden, mit denen die Entwicklung notfalls in die gewünschte Richtung gedreht werden kann. Die Steuerung dieser Prozesse läßt sich vergleichen mit der Steuerung eines Segelschiffes in unbekannten Gewässern ohne Lotsen und ohne Seekarte. Man muß auf den Wind achten, das Wetter, den Abstand zum Meeresboden ausloten und dann ab und zu die Segel passend setzen und in die richtige Richtung steuern.
Die Effekte des Virales Marketing sind nur begrenzt planbar. Sie hängen weniger vom Marketingbudgetvolumen ab als von der Kreativität der Macher. Malcolm Gladwell hat in seinem Buch "Der Tipping Point" die Planungsparameter genannt:
Techniken des Viral-Marketing spielen bei der Promotion von Websiteseine besondere Rolle, da Nutzer von Websites überwiegend durch Empfehlungen gewonnen werden. Sie werden von vielen Websites erfolgreich genutzt:
- Bei E-Card-Angeboten senden Nutzer befreundeten Nutzern ein E-Mail mit der Aufforderung, sich auf einer bestimmten Webseite ein Bild oder eine animierte Grafik anzuschauen oder sich eine Audio-Datei anzuhören. In Deutschland ist die Zurverfügungstellung von E-Card-Angeboten rechtlich problematisch, siehe dazu "Gericht stärkt Schutz gegen unerwünschte E-Mail-Werbung", in: Heise Online vom 29.4.03.
- Epicurios, eine Rezept-Sammlung regt an, ein Rezept einem Freund zu senden.
- ZDNet und andere Sites fordern dazu auf, Artikel einem Freund zu senden.
- Suchmaschinen bieten Besitzern von Websites an, Suchboxen in ihren Seiten einzubauen (vgl. unsere Seite "Suchen & Finden im Internet") und somit diese Suchmaschinen zur Benutzung zu empfehlen.
- Abseits.de stellt seinen Nutzern eine kostenlose E-Mail-Adresse zur Verfügung. Die Bezeichnung "Abseits" wird dabei Teil der E-Mail-Adresse des Nutzers und somit durch die Verwendung dieser E-Mail-Adresse nebenbei beworben und möglicherweise auch Gegenstand der Kommunikation des Beutzers dieser Adresse mit Mail-Partnern.
- Bei Partnerprogrammen werden Besitzer von Websites mit Traffic oder Geld belohnt, wenn sie die Websites von Partnerprogrammanbietern empfehlen.
- Im Rahmen von Linktausch-Vereinbarungen empfehlen sich Websites wechselseitig (vergleiche linktausch.de oder linkexchange.com).
- Bei Webringen schließen sich mehrere thematisch verwandte Websites zu einem Ring von Sites, die sich wechselseitig empfehlen, zusammen.
- Sites wie ciao.com machen die Veröffentlichung von Meinungen über Produkte und Dienstleistungen zum Inhaltskern.
- Gästebücher sind ein altbekanntes Feature, um Nutzer von Websites zu Äußerungen über die besuchten Websites zu bewegen und diese zu veröffentlichen.
- Messenger-Programme wie ICQ erlauben es, Webpage-Adressen an eingetragene Freunde per einfachem Mausklick zu senden.
- Eine einfache Methode ist ein auf einer Seite eingebaute Mailto-Aufruf mit einem vorbereiteten Inhalt, etwa "Kennst Du jemand, dem Du Mein.Freund@provider.suffix?cc=
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&body=Hallo, ich habe gerade ein Satellitenbild von Bamberg auf lageskizze.htm entdeckt. Probier es doch einfach mal aus! CU&subject=Linktip von einem Freund!" cc="
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">diese Seite empfehlen möchtest?".
- Online-Händler animieren, teilweise auch durch finanzielle Anzeize, Produkte zu rezensieren, so zum Beispiel Amazon.de.
- Nicht nur in der Gastronomie erfreuen sich Geschenkgutscheine einer großen Beliebtheit. Mit ihnen empfiehlt der Schenkende dem Beschenkten ein bestimmte Verkaufsstelle oder ein bestimmtes Produkt.
- In Newslettern kann man die Empfänger bitten, den Newletter selbst oder andere Service der Website oder Produkte und Dienstleistungen zu empfehlen. Zum Beispiel kann man die Empfänger auf ein Glas Freibier einladen so wie wir es gelegentlich mit denjenigen Gästen tun, die sich unsere monatlich wechselnde Bierkarte per E-Mail zusenden lassen.
- Den Inhalt des Newsletter oder auch Beiträge auf bestimmten Seiten (E-Zine) kann man - gegen Urhebervermerk und Link zur Website - anderen zur kostenlosen Verwendung zur Verfügung stellen.
- Man kann Bildschirmschoner, Musikstücke oder andere nützliche Dateien kostenlos zum Download anbieten und darauf hoffen, daß sich dieser Service herumspricht.




